Auswandern in die USA: Green Card, H-1B, EB-5
In die USA führen vier Wege: Familie, Arbeitgeber, Investition oder die Green-Card-Lotterie. Was sich 2026 beim H-1B-Visum geändert hat, wie viel EB-5 kostet und warum Ihre deutsche Krankenversicherung dort endet.

Dauerhaft in den USA leben können Sie nur mit einer Green Card. Die vier wichtigsten Wege dorthin sind Familie, ein Arbeitgeber, eine Investition (EB-5, ab 800.000 US-Dollar) und die Diversity-Visa-Lotterie. Wer zunächst befristet arbeiten will, braucht ein Arbeitsvisum wie das H-1B; dort wird seit dem Jahrgang 2027 nach Lohnniveau gewichtet ausgewählt statt rein zufällig. Mit ESTA dürfen Sie nicht arbeiten. Ihre deutsche Krankenversicherung endet mit dem Umzug. Stand: Oktober 2026.
Kurz in die USA: ESTA ist kein Arbeitsvisum
Bürger der Länder im Visa Waiver Program dürfen für Geschäftsreisen oder Tourismus bis zu 90 Tage ohne Visum in die USA reisen; dafür beantragen sie vorher eine ESTA-Genehmigung. Arbeiten oder dauerhaft bleiben dürfen Sie damit nicht. Wer das Land erst kennenlernen will, kann eine solche Reise nutzen; für alles andere brauchen Sie ein Visum.
Weg 1: Green Card über die Familie
Wer mit einem US-Bürger verheiratet ist oder enge Familienangehörige mit US-Staatsbürgerschaft oder Green Card hat, kann über die Familie einwandern. Welche Verwandtschaftsgrade zählen und wie lange es dauert, regelt die US-Einwanderungsbehörde USCIS in den Kategorien „Family of U.S. Citizens“ und „Family of Green Card Holders“.
Weg 2: Arbeit
H-1B für Fachkräfte
Das H-1B ist ein befristetes Visum für Tätigkeiten, die in der Regel einen Bachelor oder höheren Abschluss in einem passenden Fach voraussetzen. Beantragen muss es ein Arbeitgeber in den USA.
- Kontingent: 65.000 Visa pro Jahr, dazu 20.000 für Menschen mit einem Master- oder höheren Abschluss einer US-Hochschule. Für das Haushaltsjahr 2027 waren beide Kontingente bereits ausgeschöpft.
- Auswahl: Bisher wurde unter den Registrierungen per Zufall ausgewählt. Mit einer Neuregelung, die das Heimatschutzministerium im Dezember 2025 bekanntgegeben hat, wird gewichtet nach Lohnniveau ausgewählt: Je höher der angebotene Lohn, desto höher die Chance.
- Geplante Zusatzgebühr: Im August 2026 hat das Heimatschutzministerium eine zusätzliche Gebühr von 103.265 US-Dollar pro H-1B-Antrag im Kontingent vorgeschlagen. Ob und wann sie gilt, war bei Redaktionsschluss offen.
Green Card über den Arbeitgeber
Neben befristeten Visa gibt es Green Cards für Arbeitskräfte, die ein Arbeitgeber dauerhaft beschäftigen will. Die Verfahren sind aufwendig und dauern je nach Kategorie und Herkunftsland lange; Ihr künftiger Arbeitgeber und eine Einwanderungskanzlei sind dafür die richtigen Ansprechpartner.
Weg 3: Investition (EB-5)
Laut USCIS können Investoren mit Ehepartner und unverheirateten Kindern unter 21 eine Green Card erhalten, wenn sie
- 1.050.000 US-Dollar in ein Unternehmen in den USA investieren oder 800.000 US-Dollar in einem besonders geförderten Gebiet (Targeted Employment Area) oder einem Infrastrukturprojekt, und
- damit zehn dauerhafte Vollzeitstellen für US-Arbeitskräfte schaffen oder erhalten.
Die Beträge gelten für Anträge seit dem 15. März 2022 und werden in festen Abständen an die Inflation angepasst. Auf der Hauptseite zum Programm nennt USCIS noch höhere Beträge aus einer Regel von 2019, die ein Gericht 2021 aufgehoben hat; maßgeblich sind die oben genannten.
Weg 4: Green-Card-Lotterie
Das Diversity-Visa-Programm vergibt jedes Jahr bis zu 50.000 Einwanderungsvisa per Zufallsauswahl an Menschen aus Ländern, aus denen bisher wenige in die USA eingewandert sind. Es wird vom US-Außenministerium durchgeführt. Welche Länder im jeweiligen Jahr teilnehmen dürfen, welche Bildung oder Berufserfahrung nötig ist und wann die Anmeldefrist läuft, steht in den jährlichen Teilnahmebedingungen des Außenministeriums. Vorsicht vor Seiten, die für die Teilnahme Geld verlangen und offiziell wirken.
Krankenversicherung
Die USA gehören für die Krankenversicherung weder zu den EU-Staaten noch zu den Ländern, mit denen Deutschland ein Abkommen zur Krankenversicherung hat. Für Rentner schreibt die DVKA ausdrücklich, dass die deutsche gesetzliche Krankenversicherung bei einem Umzug in ein solches Land endet; für alle anderen ruht der Leistungsanspruch, solange sie im Ausland sind (§ 16 SGB V). Sie brauchen eine Versicherung, die in den USA gilt, oft über den Arbeitgeber. Prüfen Sie vor der Unterschrift unter einem Arbeitsvertrag, welche Krankenversicherung der Arbeitgeber anbietet und was Sie selbst zahlen. Mehr im Artikel Krankenversicherung beim Auswandern.
Steuern
Wer in den USA lebt und arbeitet, ist dort in der Regel steuerpflichtig. Zwischen Deutschland und den USA gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen (die Unterlagen veröffentlicht die US-Steuerbehörde IRS), das regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf. Was in Deutschland nach dem Wegzug steuerpflichtig bleibt und wann die Wegzugsbesteuerung droht, steht in den Artikeln Steuern beim Auswandern und Wegzugsbesteuerung.
Checkliste
- Weg klären: Familie, Arbeitgeber, Investition oder Lotterie? Ohne einen dieser Wege ist ein dauerhafter Umzug nicht möglich.
- Arbeitgeber finden, der ein Visum beantragt, wenn Sie über Arbeit einwandern wollen. Mehr im Artikel Im Ausland arbeiten.
- Krankenversicherung für die USA sichern, bevor die deutsche endet.
- Steuer in Deutschland klären, besonders bei Beteiligungen oder großen Fondsdepots.
- In Deutschland abmelden und die übrigen Punkte der Auswandern-Checkliste erledigen.
Wer jung ist und erst ausprobieren will, wie es sich im Ausland lebt, findet mit dem Working-Holiday-Visum in Kanada (Youth Mobility Program), Australien oder Neuseeland einfachere Wege; mehr im Artikel Auswandern ohne Geld.
Quellen
Stand: Oktober 2026.
- CBP – Visa Waiver Program – Geschäft oder Tourismus bis 90 Tage ohne Visum
- USCIS – H-1B Specialty Occupations – Voraussetzungen, Abschluss
- USCIS – Reaches Fiscal Year 2027 H-1B Cap – 65.000 plus 20.000, ausgeschöpft
- USCIS – DHS Changes Process for Awarding H-1B Work Visas (23.12.2025) – gewichtete Auswahl
- USCIS – DHS Proposes Additional H-1B Fee (24.08.2026) – vorgeschlagene Gebühr 103.265 US-Dollar
- USCIS – Green Card for Immigrant Investors – 1.050.000 bzw. 800.000 US-Dollar
- USCIS – EB-5 Immigrant Investor Program – zehn Arbeitsplätze, aufgehobene Regel von 2019
- USCIS – Green Card Through the Diversity Immigrant Visa Program – bis zu 50.000 Visa per Zufallsauswahl
- USCIS – Green Card Eligibility Categories – Familienkategorien
- IRS – Germany Tax Treaty Documents – Doppelbesteuerungsabkommen
- DVKA – Merkblatt Krankenversicherung bei Wohnort im Ausland – Ende der Versicherung in Nicht-Abkommensstaaten
Häufige Fragen
Wie kann ich als Deutscher in die USA auswandern?
Dauerhaft über eine Green Card. Die wichtigsten Wege sind Familie (z. B. Ehe mit US-Bürgern), ein Arbeitgeber, der Sie als Arbeitskraft einwandern lässt, eine Investition (EB-5) oder die Diversity-Visa-Lotterie. Zum Arbeiten auf Zeit gibt es Visa wie H-1B, die einen Arbeitgeber in den USA voraussetzen.
Darf ich mit ESTA in den USA arbeiten?
Nein. Das Visa Waiver Program mit ESTA erlaubt Reisen für Geschäft oder Tourismus von bis zu 90 Tagen ohne Visum. Für eine Arbeit in den USA brauchen Sie ein passendes Visum.
Wie funktioniert das H-1B-Visum?
Das H-1B ist ein Arbeitsvisum für Fachkräfte mit Hochschulabschluss oder Gleichwertigem, das ein US-Arbeitgeber beantragt. Pro Jahr gibt es 65.000 Plätze plus 20.000 für Absolventen mit US-Masterabschluss. Seit dem Jahrgang 2027 wird bei zu vielen Registrierungen nicht mehr rein zufällig ausgewählt, sondern gewichtet nach dem angebotenen Lohnniveau.
Wie viel muss ich für eine Green Card durch Investition anlegen?
Für das EB-5-Programm 1.050.000 US-Dollar, oder 800.000 US-Dollar in einem besonders geförderten Gebiet (Targeted Employment Area) oder einem Infrastrukturprojekt. Die Investition muss zehn Vollzeitstellen für US-Arbeitskräfte schaffen oder erhalten.
Bleibe ich in den USA über meine deutsche Krankenkasse versichert?
Nein. Die USA sind für die Krankenversicherung weder EU-Staat noch Abkommensstaat. Wer dorthin zieht, verliert den Schutz der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung und braucht eine Versicherung, die in den USA gilt, meist über den Arbeitgeber oder privat.
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