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Länder in Europa

Auswandern nach Spanien: Anmeldung, Steuern, Rente

Auswandern Ratgeber Portal 14 Min. Lesezeit

Als Deutsche brauchen Sie für Spanien kein Visum, müssen sich aber nach drei Monaten registrieren. Was Sie dafür nachweisen, wann Sie in Spanien steuerpflichtig werden und was als Rentner mit Rente und Krankenversicherung passiert.

Frau gießt abends Geranien auf ihrer Dachterrasse in Spanien und plaudert mit der Nachbarin über die Mauer

Als Deutsche oder Deutscher brauchen Sie für Spanien kein Visum. Wer länger als drei Monate bleibt, muss sich innerhalb von drei Monaten registrieren und dabei nachweisen, dass er arbeitet oder genug Geld und eine Krankenversicherung hat. Steuerpflichtig in Spanien werden Sie ab mehr als 183 Tagen im Jahr oder wenn dort Ihr wirtschaftlicher Lebensmittelpunkt liegt. Rentner bekommen ihre deutsche Rente in voller Höhe weiter und bleiben in der Regel bei ihrer deutschen Krankenkasse. Stand: Oktober 2026.

Aufenthalt: Registrierung und Padrón

In den ersten drei Monaten reicht Ihr Personalausweis oder Reisepass. Danach gelten zwei Pflichten:

Registrierung bei der Ausländerbehörde (NIE)

Nach dem spanischen Königlichen Dekret 240/2007 (Art. 7) müssen EU-Bürger, die länger als drei Monate bleiben, innerhalb von drei Monaten nach der Einreise persönlich bei der Ausländerbehörde (Oficina de Extranjeros) ihrer Provinz oder bei der zuständigen Polizeistelle die Eintragung ins Zentralregister für Ausländer beantragen. Sie bekommen sofort ein Registrierungszertifikat (Certificado de registro) mit Namen, Adresse und Ihrer Ausländer-Identitätsnummer (NIE). Die NIE brauchen Sie später für fast alles: Arbeitsvertrag, Mietvertrag, Bankkonto, Steuern.

Ein Aufenthaltsrecht über drei Monate haben Sie, wenn Sie eine dieser Bedingungen erfüllen:

  • Sie arbeiten in Spanien, angestellt oder selbstständig, oder
  • Sie haben ausreichend Mittel, um keine Sozialhilfe zu brauchen, und eine Krankenversicherung, die alle Risiken in Spanien abdeckt, oder
  • Sie studieren an einer anerkannten Einrichtung, mit Krankenversicherung und ausreichenden Mitteln.

Einen festen Mindestbetrag darf Spanien laut Dekret nicht festlegen. Die Behörde muss Ihre persönliche Lage berücksichtigen, und der verlangte Betrag darf nicht über dem Sozialhilfeniveau für Spanier oder der Mindestrente der Sozialversicherung liegen.

Einwohnerregister (Padrón)

Unabhängig davon ist nach dem spanischen Gemeinderecht (Ley 7/1985, Art. 15) jede Person, die in Spanien lebt, verpflichtet, sich im Einwohnerregister (Padrón) der Gemeinde einzutragen, in der sie gewöhnlich wohnt. Wer in mehreren Gemeinden lebt, meldet sich dort an, wo er die meiste Zeit des Jahres verbringt.

Als Rentner nach Spanien

Spanien ist bei deutschen Rentnern beliebt. Drei Fragen sollten Sie vor dem Umzug klären:

Rente

Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Ihre Rente bei einem dauerhaften Umzug in ein EU-Land in der bisherigen Höhe weiter, auf ein Konto Ihrer Wahl. Teilen Sie dem Renten Service der Deutschen Post die neue Adresse und Bankverbindung rechtzeitig mit. Abzüge kann es nur in Sonderfällen geben, etwa bei Zeiten nach dem Fremdrentengesetz.

Krankenversicherung mit dem Formular S1

Wer in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist und eine deutsche Rente bezieht, bleibt bei einem Umzug in ein anderes EU-Land bei seiner deutschen Krankenkasse, wenn er im neuen Wohnland keinen eigenen Anspruch hat (etwa durch eine spanische Rente oder Beschäftigung). So steht es im Merkblatt der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA):

  • Sie zahlen weiter Beiträge in Deutschland, in Spanien fallen keine an.
  • Ihre Kasse stellt Ihnen das Portable Dokument S1 aus. Damit melden Sie sich bei der spanischen Sozialversicherung (INSS) an.
  • Sie erhalten in Spanien alle Sachleistungen, wie sie spanische Versicherte bekommen, also Arzt, Zahnarzt, Krankenhaus, Medikamente, mit den dort üblichen Zuzahlungen. Welche Leistungen es gibt, richtet sich nach spanischem Recht.
  • Bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland können Sie wie bisher mit Ihrer Gesundheitskarte zum Arzt gehen.

Privat Versicherte sollten mit ihrer Versicherung klären, ob und zu welchen Bedingungen der Vertrag in Spanien weiterläuft. Mehr im Artikel Krankenversicherung beim Auswandern.

Steuern auf die Rente

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien (in Kraft seit 18. Oktober 2012, Art. 17) regelt:

  • Grundsatz: Renten und Ruhegehälter, die Sie als Einwohner Spaniens aus Deutschland bekommen, werden in Spanien besteuert.
  • Gesetzliche Rente mit Beginn ab 2015: Deutschland darf sie zusätzlich besteuern, mit höchstens 5 Prozent des Bruttobetrags, wenn die Rente zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2029 beginnt, und mit höchstens 10 Prozent, wenn sie ab 2030 beginnt. Spanien rechnet die in Deutschland gezahlte Steuer auf die spanische an (Art. 22).
  • Beamtenpensionen werden grundsätzlich in Deutschland besteuert (Art. 18).

In Deutschland ist für Rentner im Ausland, die aus Deutschland nur Renten beziehen, zentral das Finanzamt Neubrandenburg zuständig. Was beim Wegzug steuerlich sonst gilt, steht im Artikel Steuern beim Auswandern. Weitere Länder für den Ruhestand vergleicht der Artikel Auswandern als Rentner.

Steuern: Ab wann Sie in Spanien steuerpflichtig sind

Nach dem spanischen Einkommensteuergesetz (Ley 35/2006, Art. 9) haben Sie Ihren steuerlichen Wohnsitz in Spanien, wenn

  • Sie mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien verbringen (kurze Abwesenheiten zählen mit, solange Sie keinen Steuerwohnsitz in einem anderen Land nachweisen), oder
  • der Mittelpunkt Ihrer wirtschaftlichen Interessen in Spanien liegt.

Leben Ihr Ehepartner und Ihre minderjährigen Kinder in Spanien, wird vermutet, dass auch Sie dort steuerlich ansässig sind. Dann versteuern Sie Ihr Welteinkommen in Spanien, und das Doppelbesteuerungsabkommen regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf. Lassen Sie sich bei Vermögen, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen beraten, bevor Sie umziehen.

Arbeiten in Spanien

Als EU-Bürger dürfen Sie in Spanien ohne Arbeitserlaubnis arbeiten und sich selbstständig machen. Für die Jobsuche können Sie sich als Arbeitsuchende registrieren; Arbeitslosengeld aus Deutschland lässt sich unter Bedingungen bis zu sechs Monate mitnehmen. Wie das geht, steht im Artikel Auswandern ohne Geld. Stellenangebote aus Spanien finden Sie über das EU-Portal EURES. Ohne Spanischkenntnisse bleiben vor allem Tourismus, deutsche Kunden oder Remote-Arbeit; mehr dazu im Artikel Im Ausland arbeiten.

Sprache und Regionen

Amtssprache im ganzen Land ist Spanisch (Kastilisch). Laut spanischer Verfassung (Art. 3) sind die anderen Sprachen Spaniens in ihren Autonomen Gemeinschaften ebenfalls Amtssprachen, etwa Katalanisch, Galicisch und Baskisch. In Katalonien, Valencia, auf den Balearen, in Galicien und im Baskenland begegnet Ihnen also eine zweite Sprache in Schule und Verwaltung.

Für die Wahl der Region zählen vor allem Mietpreise, Klima, Jobchancen und die Frage, ob Sie in einer Gegend mit vielen Deutschen leben wollen. Die Mieten unterscheiden sich zwischen Großstädten, Küste und Inland stark. Vergleichen Sie aktuelle Angebote auf spanischen Immobilienportalen, bevor Sie sich festlegen, und rechnen Sie am Anfang mit Übergangsunterkünften. Ob Sie ohne Spanisch zurechtkommen, besprechen wir im Artikel Auswandern ohne Sprachkenntnisse.

Lebenshaltungskosten in Spanien

Spanien ist im Schnitt günstiger als Deutschland, aber nicht überall und nicht bei allem. Eurostat vergleicht jedes Jahr die Preisniveaus der Länder, der EU-Durchschnitt ist 100. Für 2025 ergibt sich:

Bereich (Eurostat 2025)DeutschlandSpanienSpanien gegenüber Deutschland
Konsum insgesamt109,191,1etwa 16 % günstiger
Lebensmittel und alkoholfreie Getränke102,495,3etwa 7 % günstiger
Wohnen, Wasser, Strom, Gas113,998,1etwa 14 % günstiger
Restaurants und Unterkünfte108,485,4etwa 21 % günstiger

Lesen Sie die Werte als Landesdurchschnitt. Sie sagen nichts über Ihre Miete in Palma oder Málaga. Laut spanischem Statistikamt INE stiegen die Mieten 2024 landesweit um 3,5 Prozent, bei neuen Verträgen um 8,8 Prozent. Am stärksten zogen sie in der Region Valencia (5,0 %), auf den Balearen (4,0 %) und in Andalusien (3,8 %) an, also genau dort, wo viele Deutsche hinziehen. Unter den Provinzhauptstädten lagen Valencia (5,9 %), Málaga (5,2 %) und Alicante (5,1 %) vorn.

Für Ihre eigene Rechnung heißt das: Lebensmittel kosten etwas, Restaurantbesuche deutlich weniger als in Deutschland. Den Ausschlag gibt die Miete. Holen Sie aktuelle Angebote für Ihre Wunschgegend ein, bevor Sie ein Budget festlegen. Wie Sie mit wenig Geld rechnen, steht im Artikel Auswandern ohne Geld.

Nachteile: Was gegen Spanien sprechen kann

  • Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote lag im 2. Quartal 2026 laut INE bei 9,87 Prozent. Wer nicht für einen deutschen Arbeitgeber oder Kunden arbeitet, findet ohne gutes Spanisch schwer eine Stelle.
  • Mieten in beliebten Regionen: An der Küste, auf den Inseln und in den Großstädten steigen die Mieten schneller als im Landesschnitt (siehe oben). Neue Verträge sind deutlich teurer als bestehende.
  • Behörden: Registrierung, Padrón und Steuer laufen über Termine (cita previa), die in manchen Provinzen knapp sind. Planen Sie für die ersten Wochen Zeit und Geduld ein.
  • Meldepflicht für Auslandsvermögen: Wer in Spanien steuerlich ansässig ist, muss Konten, Wertpapiere und Immobilien im Ausland mit dem Modelo 720 melden, sobald eine dieser drei Gruppen zusammen mehr als 50.000 Euro wert ist. Eine neue Meldung ist erst fällig, wenn der Wert einer Gruppe um mehr als 20.000 Euro steigt. Das betrifft Auswanderer, die ihr deutsches Depot oder eine Wohnung in Deutschland behalten.
  • Vermögensteuer: Spanien erhebt eine Vermögensteuer (Impuesto sobre el Patrimonio). Freibeträge und Ermäßigungen unterscheiden sich je nach Region. Bei größerem Vermögen vor dem Umzug beraten lassen.
  • Zweite Amtssprache: In Katalonien, Valencia, auf den Balearen, in Galicien und im Baskenland lernen Kinder in der Schule auch die Regionalsprache.

Checkliste für den Umzug nach Spanien

  1. In Deutschland abmelden und Steuer, Krankenkasse und Rentenversicherung informieren.
  2. Krankenversicherung klären: S1 bei der Krankenkasse beantragen (Rentner) oder Versicherung für die Registrierung nachweisen.
  3. Wohnung finden und im Padrón der Gemeinde anmelden.
  4. Innerhalb von drei Monaten registrieren (Oficina de Extranjeros oder Polizei), NIE erhalten.
  5. Bankkonto eröffnen; mehr im Artikel Bankkonto beim Auswandern.
  6. Steuerlichen Wohnsitz klären und gegebenenfalls in Spanien eine Steuererklärung abgeben.

Die vollständige Liste steht in der Auswandern-Checkliste.

Fazit

Spanien ist für Deutsche rechtlich einfach: kein Visum, freie Arbeit, Rente in voller Höhe. Pflicht sind die Registrierung nach drei Monaten mit Nachweis von Arbeit oder Mitteln und Krankenversicherung sowie die Anmeldung im Padrón. Rentner sollten vor dem Umzug das Formular S1 bei ihrer Krankenkasse beantragen und wissen, dass Spanien ihre Rente besteuert und Deutschland bei Renten ab 2015 einen kleinen Teil.

Quellen

Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was muss ich tun, wenn ich länger als 3 Monate in Spanien bleibe?

Sie müssen sich innerhalb von drei Monaten nach der Einreise persönlich bei der Ausländerbehörde (Oficina de Extranjeros) Ihrer Provinz oder bei der Polizei im Zentralregister für Ausländer eintragen lassen. Sie erhalten sofort ein Registrierungszertifikat mit Ihrer Ausländer-Identitätsnummer (NIE). Außerdem muss sich jeder, der in Spanien lebt, im Einwohnerregister (Padrón) seiner Gemeinde anmelden.

Was muss ich für die Registrierung in Spanien nachweisen?

Dass Sie in Spanien arbeiten (angestellt oder selbstständig) oder dass Sie genug Geld haben, um keine Sozialhilfe zu brauchen, und eine Krankenversicherung, die alle Risiken in Spanien abdeckt. Einen festen Mindestbetrag darf Spanien nicht verlangen; er darf nicht über dem Sozialhilfeniveau oder der Mindestrente liegen.

Kann ich als Rentner nach Spanien auswandern?

Ja. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt die Rente bei einem Umzug in ein EU-Land in der bisherigen Höhe weiter. Wer in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist und keine spanische Rente oder Beschäftigung hat, bleibt bei seiner deutschen Kasse, zahlt dort weiter Beiträge und erhält mit dem Formular S1 die Leistungen der spanischen Krankenversicherung.

Wo zahle ich als Rentner in Spanien Steuern?

Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen werden Renten grundsätzlich in Spanien besteuert, wenn Sie dort wohnen. Deutschland darf gesetzliche Renten, die ab 2015 begonnen haben, zusätzlich mit höchstens 5 Prozent besteuern, bei Rentenbeginn ab 2030 mit höchstens 10 Prozent. Beamtenpensionen werden in Deutschland besteuert. Zuständig in Deutschland ist das Finanzamt Neubrandenburg.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Spanien?

Laut Eurostat lag das Preisniveau für den Konsum in Spanien 2025 bei 91,1 Prozent des EU-Durchschnitts, in Deutschland bei 109,1 Prozent. Spanien ist damit im Schnitt etwa 16 Prozent günstiger. Lebensmittel sind etwa 7 Prozent, Restaurants etwa 21 Prozent günstiger. Die Mieten an der Küste, auf den Inseln und in Großstädten steigen aber schneller als im Landesschnitt.

Welche Nachteile hat das Auswandern nach Spanien?

Die Arbeitslosigkeit ist mit 9,87 Prozent im 2. Quartal 2026 deutlich höher als in Deutschland, ohne Spanisch ist die Jobsuche schwer. In beliebten Regionen steigen die Mieten schnell, Behördentermine sind knapp. Wer in Spanien steuerlich ansässig ist, muss Auslandsvermögen ab 50.000 Euro je Gruppe mit dem Modelo 720 melden.

Ab wann bin ich in Spanien steuerpflichtig?

Wenn Sie mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien sind oder dort der Mittelpunkt Ihrer wirtschaftlichen Interessen liegt. Lebt Ihr Ehepartner mit den minderjährigen Kindern in Spanien, wird das ebenfalls vermutet.