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Geld, Steuern & Versicherung

Bankkonto beim Auswandern: Behalten, kündigen, neu?

Auswandern Ratgeber Portal 8 Min. Lesezeit

In der EU können Sie Ihr deutsches Konto weiter für Gehalt, Miete und Steuern nutzen, denn IBAN-Diskriminierung ist verboten. Was Ihre Bank bei einem Wohnsitz im Ausland verlangen darf und worauf Sie außerhalb der EU achten.

Mann mit Mappe unter dem Arm wartet auf einer Bank vor einer Bankfiliale in einer südeuropäischen Stadt und schaut aufs Handy

Innerhalb der EU können Sie Ihr deutsches Konto weiter nutzen: Arbeitgeber, Vermieter und Behörden dürfen eine Überweisung oder Lastschrift nicht ablehnen, nur weil Ihr Konto in Deutschland liegt, und Euro-Überweisungen kosten so viel wie im Inland. Ob Ihre Bank das Konto bei einem Wohnsitz im Ausland weiterführt, entscheidet sie selbst; fragen Sie vor der Abmeldung. Wer in der EU lebt, hat zudem ein Recht auf ein Basiskonto in Deutschland. Außerhalb der EU brauchen Sie meist ein lokales Konto. Stand: Oktober 2026.

Deutsches Konto behalten?

Was dafür spricht: Renten, Mieteinnahmen, Steuererstattungen, Versicherungen und Abbuchungen in Deutschland laufen weiter über ein Konto, das Sie kennen. Für Rückkehrer ist es eine Brücke.

Was Ihre Bank tun kann: Ob ein Konto nach dem Wegzug weiterläuft, regeln die Geschäftsbedingungen Ihrer Bank. Manche Banken führen Konten für Kunden im Ausland ohne Weiteres weiter, manche nur für bestimmte Länder, manche kündigen. Klären Sie das vor der Abmeldung schriftlich und teilen Sie der Bank Ihre neue Adresse mit. Wer der Bank den Umzug verschweigt, riskiert, dass Post nicht ankommt und Fristen verstreichen.

Recht auf ein Basiskonto: Jede Bank in Deutschland, die Konten für Verbraucher anbietet, muss mit jedem Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU ein Basiskonto abschließen und es innerhalb von zehn Geschäftstagen nach dem Antrag anbieten (§ 31 Zahlungskontengesetz). Wer also in Spanien oder Portugal lebt, kann in Deutschland ein Basiskonto eröffnen, auch wenn die bisherige Bank kündigt. Ein Basiskonto ist ein Girokonto für den üblichen Zahlungsverkehr.

Innerhalb der EU: Ihre Rechte

Das EU-Portal Your Europe fasst die Regeln so zusammen:

  • Gleiche Gebühren: Für Zahlungen in Euro in ein anderes EU-Land darf Ihre Bank nicht mehr berechnen als für eine Inlandszahlung.
  • Kein Ablehnen wegen der IBAN: Wenn Sie Rechnungen, Online-Käufe oder Steuern per SEPA-Überweisung oder SEPA-Lastschrift bezahlen oder Gehalt, Steuererstattungen und andere Leistungen empfangen wollen, darf Ihnen das nicht verweigert werden, weil Ihr Konto in einem anderen EU-Land liegt als das der Gegenseite. Beschwerden über IBAN-Diskriminierung nehmen die zuständigen nationalen Stellen entgegen.
  • Umrechnungsgebühren offen: Bei Kartenzahlungen und Abhebungen in anderer Währung muss die Bank die Umrechnungsgebühren vorher angeben.

Ein eigenes Konto im Zielland ist trotzdem oft praktisch, etwa weil manche Vermieter oder Ämter lieber ein lokales Konto sehen. Pflicht ist es in der EU aber nicht, wo die Gegenseite SEPA nutzt.

Außerhalb der EU

In Ländern mit eigener Währung wie der Schweiz, den USA, Kanada, Australien oder Thailand brauchen Sie für Gehalt, Miete und den Alltag in der Regel ein lokales Konto. Für die Eröffnung verlangen Banken meist:

  • Reisepass und Visum bzw. Aufenthaltstitel,
  • einen Adressnachweis im Land,
  • eine Steuer- oder Sozialversicherungsnummer des Landes.

Welche Unterlagen genau nötig sind, steht in den Länderartikeln, zum Beispiel für die USA oder Thailand.

Geld ins Ausland überweisen

In Euro innerhalb der EU: zum Inlandspreis, siehe oben.

In andere Währungen: Die Kosten bestehen aus zwei Teilen: der Gebühr und dem Aufschlag auf den Wechselkurs. Vergleichen Sie deshalb immer den Betrag, der beim Empfänger ankommt, nicht nur die Gebühr. Neben der Hausbank bieten spezialisierte Überweisungsdienste und Direktbanken Auslandsüberweisungen an; die Konditionen ändern sich häufig.

Große Beträge: Wer in Deutschland ansässig ist und eine Zahlung über 50.000 Euro an einen Ausländer leistet oder von einem Ausländer erhält, muss sie der Deutschen Bundesbank melden (§ 67 Außenwirtschaftsverordnung). Ausnahmen gelten unter anderem für Warenzahlungen und kurzfristige Kredite. Die Meldung ist statistisch; Ihre Bank kann Ihnen sagen, ob sie für Ihre Überweisung nötig ist.

Typische Fehler

  • Konto vor dem Umzug kündigen, obwohl noch Rente, Steuererstattung oder Kaution darauf eingehen.
  • Nur ein Konto haben. Fällt die Karte aus oder wird das Konto gesperrt, fehlt der Zugang zu Geld. Halten Sie ein zweites Konto oder eine zweite Karte bereit.
  • Neue Adresse nicht mitteilen. Bank, Finanzamt und Versicherungen brauchen sie.
  • TAN-Verfahren vergessen. Wenn Ihre Bank TANs per SMS an eine deutsche Handynummer schickt, sichern Sie vor dem Umzug ein anderes Verfahren, etwa eine App.

Checkliste

  1. Bei der Bank schriftlich fragen, ob das Konto mit Wohnsitz im Ausland weiterläuft.
  2. Neue Adresse und, wenn nötig, neues TAN-Verfahren einrichten.
  3. Daueraufträge und Lastschriften prüfen: Was läuft in Deutschland weiter, was zieht um?
  4. Im Zielland ein Konto eröffnen, wenn nötig, und die Unterlagen dafür vorher besorgen.
  5. Große Überweisungen planen; ab 50.000 Euro an die Meldepflicht denken.

Weitere Schritte stehen in der Auswandern-Checkliste, Steuerfragen im Artikel Steuern beim Auswandern.

Quellen

Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Kann ich mein deutsches Konto behalten, wenn ich im Ausland lebe?

Das entscheidet Ihre Bank nach ihren Geschäftsbedingungen. Manche Banken führen Konten für Kunden mit Wohnsitz im Ausland weiter, manche nur für bestimmte Länder, manche kündigen. Fragen Sie vor der Abmeldung schriftlich nach. Wer in der EU lebt, hat außerdem ein Recht auf ein Basiskonto bei jeder Bank in Deutschland, die Konten für Verbraucher anbietet.

Kann ich mit meinem deutschen Konto in einem anderen EU-Land Gehalt und Miete zahlen?

Ja. Bei SEPA-Überweisungen und Lastschriften darf Ihnen niemand die Zahlung verweigern, nur weil Ihr Konto in einem anderen EU-Land liegt. Das gilt für Arbeitgeber, Vermieter, Versorger und Behörden. Das Verbot der sogenannten IBAN-Diskriminierung steht im EU-Recht.

Was kostet eine Überweisung von Deutschland ins EU-Ausland?

Für Überweisungen in Euro innerhalb der EU darf Ihre Bank nicht mehr verlangen als für eine Überweisung im Inland. Teurer werden Überweisungen in andere Währungen oder außerhalb der EU; dann zählen Gebühr und Wechselkursaufschlag zusammen.

Muss ich große Überweisungen ins Ausland melden?

Wer in Deutschland ansässig ist, muss Zahlungen an Ausländer oder von Ausländern über 50.000 Euro der Deutschen Bundesbank melden (§ 67 Außenwirtschaftsverordnung); es gibt Ausnahmen. Die Meldung dient der Statistik, nicht der Steuer. Fragen Sie im Zweifel Ihre Bank.

Wann sollte ich im Zielland ein Konto eröffnen?

Sobald Sie eine Adresse und die Unterlagen haben, die die Bank dort verlangt, meist Ausweis, Anmeldung oder Aufenthaltspapier und eine Steuernummer des Landes. Außerhalb der EU brauchen Sie ein lokales Konto in der Regel früher, weil Gehalt und Miete in der Landeswährung fließen.